Mach etwas anders – 52 Schritte, die dein Leben vereinfachen

52 Schritte - anders machenMagst du Routinen?

Ich bin ein Mensch der Routinen liebt. Routinen sind etwas ganz Feines, finde ich. Sie geben meinem Tag Struktur und schaffen mir Freiräume.

Über eine Routine muss ich nicht lange nachdenken, sie ist etwas, das ganz automatisch abläuft. Eine Routine geht mir leicht von der Hand und dadurch auch schnell von der Hand.

Es gibt Routinen, die haben den Charakter von Ritualen. Das Zubettgeh-Ritual mit meiner Tochter z.B. als sie noch klein war, war das immer das Vorlesen, noch etwas im Bett kuscheln und dann schlafen. Heute beschränkt es sich auf das Gute-Nacht-Sagen und ein Gute-Nacht-Bussi von mir. Trotzdem ist es eine liebgewonne Routine, die, wenn sie mal ausfällt, ein Loch im Abend hinterlässt.

Eine andere Routine ist meine Morgenroutine. Nach dem ersten Gang ins Bad, koche ich erst einmal Tee. Das ist schon so zur Gewohnheit geworden, dass ich gar nicht auf die Idee komme, zuerst den Frühstückstisch zu decken. Ich koche zuerst Tee. Das ist meine Routine.

Auch im Haushalt hab ich meine Routinen. Nachdem ich die letzte im Badezimmer bin, wenn alle aus dem Haus sind, wische ich die Waschbecken aus, wenn ich mit Zähneputzen fertig bin. Auch eine Routine.

Alles gut mit Routinen?

Routinen sind sehr praktikabel.

Ich weiß nicht, wie es dir mit Routinen geht, aber von Zeit zu Zeit beschleicht mich das Gefühl, dass mein Leben dadurch langweilig und uninteressant wird, wenn ich immer alles gleich mache.

Manchmal schleifen sich auch negative Gewohnheiten ein, die dann ganz schnell zu Routinen werden.

Und Routinen hinterfragst du meist nicht, denn es läuft ja gut.

Dann kann es passieren, dass du Dinge immer gleich machst, obwohl es vielleicht einen besseren und schnelleren Weg gäbe, sie zu erledigen.

Du bleibst dort, wo du dich befindest stehen, du entwickelst dich nicht mehr weiter.

Manchmal bekommst du auch einen Tunnelblick und siehst nicht mehr, was am rechts und links von deinem Lebensweg alles passiert und was sich für Chancen bieten.

Und dein Gehirn passt sich an, wenn du immer alles gleich macht. Es bildet keine neuen Verknüpfungen mehr. Das macht es nämlich nur, wenn du etwas Neues lernst oder etwas anders machst (was ja auch etwas Neues ist).

Routinen sind in deinem Gehirn angelegte Autobahnen, auf denen du schnell und sicher zum Ziel kommst, ohne groß zu überlegen.

Ab und zu ist es aber ganz gut und auch interessant, die Autobahn mal zu verlassen und sich in unwegsames Gelände zu begeben. Und das machst du, wenn du etwas Neues lernst oder etwas anders als bisher machst.

Runter von der Routinen-Autobahn, rein ins Abenteuer

Wenn du Routinen genauso liebst wie ich, dann mach diese Woche doch einfach mal etwas anders.

Verlass deine eingefahrene Gehirnautobahn und stürz dich ins Abenteuer. Denn etwas anderes ist es ja nicht, wenn du plötzlich etwas anders machst. Du weißt ja nicht, wie es funktionieren wird.

Dabei ist es gar nicht wichtig, große Dinge anders zu machen. Es gibt im Alltag eine ganze Menge kleine Dinge, die du anders machen kannst.

Hier ein paar Anregungen, was ich von Zeit zu Zeit einfach anders mache:

Ich wasche meine Wäsche in einer anderen Reihenfolge. Normalerweise beginne ich mit der dunklen Feinwäsche und ende mit der dunklen Kochwäsche. Ich habe mir angewöhnt, die Reihenfolge jedes Mal neu zu gestalten.

Wenn ich nach dem Duschen die Duschkabine abziehe, mache ich das oftmals in einer anderen Richtung und mit einem anderen Startpunkt.

Den Geschirrspüler räume ich machnmal ganz anders ein als sonst. Dann ordne ich das Besteck neu an oder stelle die Teller auch mal auf die andere Seite als sonst.

Das waren ein paar Beispiele aus meinem Alltag, die sich total simpel anhören, mit denen ich aber wirklich aus der Routine herauskomme.

Du kannst aber auch einfach mal einen anderen Weg zur Arbeit wählen, Kaffee statt Tee oder umgekehrt zum Frühstück trinken, deine Zähne mit der anderen als gewohnten Hand putzen oder in der Arbeit mit einer ganz anderen Tätigkeit als sonst beginnen.

Beobachte, wie es dir dabei geht, wenn du etwas anders machst. Und beobachte auch, wie dein Umfeld darauf reagiert.

Meine Tochter z.B. findet es total witzig, wenn ich den Geschirrspüler anders als sonst einräume. Sie macht das nämlich auch jedes Mal anders.

Vielleicht entdeckst du dadurch sogar etwas, womit du deinen Alltag vereinfachen kannst, weil die neue Methode einfach effizienter ist.

Vielleicht entdeckst du auch, wie viel Spaß dieses Anders machen und dadurch dein Leben machen kann.

Claudia Kauscheder hat dieses Thema auch schon einmal aufgenommen in ihrem 13-Wochen-Fokus. In ihrem Artikel 13 Wochen Fokus – Woche 6: Neues findest du auch noch einmal Anregungen, was du anders machen kannst.

Und auf Jutta Helds Impulseblog läuft gerade eine ganze Artikelserie zum Andersmachen. Sie zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deinen Veränderungsmuskel trainieren kannst.

Was machst du diese Woche anders? Was kannst du anders machen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und freue mich, wenn du sie mit mir und den Leserinnen teilst.

Entspannte Grüße
Birgit

Alle Artikel der Serie 52 Schritte, die dein Leben vereinfachen, findest du HIER.

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5 Antworten
  1. Claudia says:

    Ich habe den ANDERSTAG eingeführt. Ich entschließe mich am Abend vorher, morgen ist mein Anderstag. Dann ändere ich 5 Routineabläufe. Ich frühstücke z.B. gerne Brot mit Marmelade. Nun wird was ganz anderes ausgesucht, Smoothie oder Müslie. ich laufe gerne in flachen Schuhen rum. Am Anderstag werden die hohen Schuhe rausgesucht. Damit man es nicht verlernt …! Ich habe festgestellt, dass meine Anderstag wie ein kleines Abenteuer sind. Etwas ganz Neues erwartet auf mich an solchen Tagen. Ein neuer Weg, ich spreche fremde Menschen an, ich nehme kurzzeitig Veränderungen vor, die dann sogar manchmal wieder zur Routine werden. 🙂
    Liebe Grüße
    Claudia

    Antworten
    • Birgit Geistbeck says:

      ANDERSTAG, das hört sich super an. Das werde ich auch mal ausprobieren. Morgen wird mein erster ANDERSTAG.

      Antworten
  2. Claudia Kauscheder says:

    Liebe Birgit,

    vielen Dank für die Verlinkung! Da hast du ja einen meiner allerersten Artikel hier am Blog hervorgeholt 🙂 Wie schön, dass er nach 1 1/2 Jahren wieder ans Licht darf!

    Liebe Grüße,
    Claudia

    Antworten

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  1. […] wäre es, wenn du es mal anders machst? Oder zumindest einmal das Szenario durchspielst, wenn du dir erlaubst, es anders zu […]

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