Lass Dinge los, die du nicht magst – 52 Schritte, die dein Leben vereinfachen

52 Schritte - loslassen, was nicht gefälltSieh dich einmal dort um, wo du dich gerade befindest.

Wie viele Dinge siehst du, die du nicht magst? Wie viele Gegenstände, die dir nicht gefallen? Was steht herum, das du nicht liebst?

Wenn du nur Gegenstände siehst, die du magst und liebst, dann kannst du hier aufhören zu lesen.

Falls du aber viele Gegenstände siehst, die du nicht magst und die trotzdem da stehen, liegen, hängen, lass dich auf diesen Blogartikel ein.

Es gibt viele Dinge, die uns nicht gefallen, die wir nicht mögen:

Das kitschige Muschelhaus, das du vor 20 Jahren von deiner ersten Interrail-Tour mitgebracht hast und das nur mehr als Staubfänger fungiert.

Das Buch, das dir beim Lesen nicht gefallen hat oder das dich an eine Phase deines Lebens erinnert, mit der du schon längst abgeschlossen hast.

Der Lidschatten, den du voriges Jahr unbedingt haben musstest, dessen Farbe dir aber eigentlich gar nicht gefällt.

Das Duschgel, das neu auf dem Markt gekommen ist und das du unbedingt ausprobieren musstest, dessen Duft du aber nicht ausstehen kannst.

Die grüne Hose, die im Schrank hängt und nie getragen wird, weil du sie dir in einem Anfall von Kaufwahn und Geschmacksverirrung eingebildet hast.

Die riesige Handtasche, die du gekauft hast, weil sie damals total angesagt war.

Der geschenkte Zimmerbrunnen, bei dem der Schenkende eher an seinen Geschmack als an deinen gedacht hat.

Die Vitrine, die du von deiner Oma geerbt hast, die aber so gar nicht zu deinem Einrichtungsstil passt.

Die Liste kannst du wahrscheinlich unendlich fortführen. Jeder von uns nennt Dinge sein eigen, die er eigentlich nicht mag.

Dabei rauben uns diese Dinge nicht nur Platz sondern auch Energie

Von Energieräubern und Energiegebern

Dinge, die du nicht magst, die dir nicht gefallen, sind klassische Energieräuber.

Denk einmal an etwas, das du nicht magst, z.B. ein Geschenk, das du nur aus Loyalität zum Schenkenden aufbewahrst.

Nehmen wir einmal die hässliche Vase, die du von deiner Tante XY zum Geburtstag geschenkt bekommen hast, und die im Regal steht, weil du deine Tante nicht brüskieren willst, wenn sie mal zu Besuch kommt.

Was passiert mit dir, wenn du diese Vase siehst?

Du denkst dir wahrscheinlich:

Dieser olle Staubfänger, wenn eines der Kinder ihn endlich mal herunterwerfen könnte.

Wie kann man nur so etwas Hässliches schenken?

Jedes Mal muss ich beim Staub wischen um diese Vase herumwischen.

Immer wenn ich sie anschaue, wird mir fast übel, weil sie so hässlich ist.

Ich kann sie nicht einfach wegwerfen oder weggeben, es war ein Geschenk. Was soll Tante XY von mir denken.

Du fühlst dich vielleicht fremdbestimmt, hilflos, wütend.

Merkst du, was mit dir passiert?

Du hast nur negative Gedanken und Gefühle, wenn du diese Vase betrachtest, wenn du nur an diese Vase denkst. Und negative Gedanken und Gefühle brauchen eine Menge Energie. Sie ziehen dir Energie ab, die du gut für etwas anderes brauchen könntest. Diese Vase ist ein Energieräuber.

Und jetzt nimm einmal eine Fotocollage vom letzten Urlaub, die an der Wand hängt.

Was passiert mit dir, wenn du diese Fotocollage siehst?

Deine Gedanken und Gefühle könnten so aussehen:

Das war ein toller Urlaub damals.

Wie schön die Landschaft war. Und das Meer erst, das war so tief türkis.

Das war pure Entspannung und doch ein bisschen Abenteuer.

Vielleicht spürst du die Wärme der Sonne auf deine Haut, hörst und riechst das Meer, fühlst fast den Sand unter deinen Füßen und vielleicht macht sich eine tiefe Entspannung in dir breit.

Deine positiven Gedanken und Gefühle, die du mit diesem Gegenstand verbindest, schenken dir Energie und Kraft. Diese Fotocollage ist ein Energiegeber.

Warum aber umgeben wir uns mit Energieräubern? Es wäre doch ein leichtes, sich nur mit Dingen zu umgeben, die Energie geben?

Warum bewahren wir Energieräuber auf?

Wenn wir wissen, was diese ungeliebten Dinge mit und machen, warum fällt es uns so schwer, sie loszulassen?

Wenn du es selbst gekauft hast, hat es dir einmal gefallen. D.h. du verbindest damit etwas. Es hängen meist Emotionen und Gefühle an diesem Gegenstand.

Die grüne Hose hast du dir zu einer bestandenen Prüfung gegönnt.

Das Buch, das jetzt nicht mehr zu dir passt, hat dir vor 5 Jahren sehr weiter geholfen.

Das kitschige Muschelhaus erinnert dich an deine erste Interrail-Tour.

Mit all diesen Dingen verbindest du etwas, deshalb ist es schwer, sie wegzugeben. Du hast das Gefühl, mit diesem Gegenstand auch die Erinnerung wegzugeben.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Du hinterfragst nicht mehr, ob dir etwas gut tut oder ob es dich Energie kostet.

Du bist so an die Dinge, mit denen du dich umgibst, gewöhnt, dass du auch das behältst, was dir nicht gefällt.

Damit dämpfst du auch die Angst vor der Leere. All die Dinge beschäftigen dich ja auch, sie halten dich auf Trab. Sie machen die Regale und Schränke voll.

Wenn Leere entsteht, musst du mit dieser Leere auch erst einmal umgehen können. Leere wirft dich auf dich selbst zurück. Da ist nichts mehr, was deine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sich mit sich selbst beschäftigen, das macht vielen Menschen Angst.

Bei Geschenken und Erbstücken plagt das schlechte Gewissen. Darfst du das so einfach weggeben, wenn es dir nicht gefällt? Ist das nicht unhöflich?

Auch bei teuren Gegenständen meldet sich das schlechte Gewissen. Das so viel Geld gekostet, das kann ich doch jetzt nicht aussortieren.

Wo gebe ich es hin, wenn es aussortiert ist?, ist auch eine Frage, die dich davon abhalten kann, dich von Dingen zu trennen, die du nicht magst.

Und dann kommt noch das meist gebrauchte Argument dazu: Vielleicht kann ich es irgendwann noch einmal brauchen.

Die grüne Hose kann ich sicher noch im Fasching tragen, das Geschirr auf dem nächsten Polterabend zerdeppern, das Muschelhaus können meine Enkel mal zum Spielen verwenden und der Duft des Duschgels könnte mir ja doch irgendwann gefallen.

Das alles sind hervorragende Ausreden, um weiterhin Energieräuber in der Wohnung zu behalten und sich Energie davon abziehen zu lassen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, diese Dinge loszulassen und auszusortieren.

Lass los, was du nicht magst

Einer der größten Fehler, die du machen kannst, wenn du Energieräuber entrümpeln möchtest, ist, gleich mit den Dingen zu beginnen, an denen viele Emotionen und Gefühle hängen.

Beginne stattdessen mit Oberflächengerümpel, mit den Dingen, an denen wenig bis keine Gefühle gekoppelt sind.

Sortiere als erstes das Duschgel aus, dessen Duft du nicht magst, den Lidschatten, dessen Farbe dir nicht gefällt, das Geschirr, das du nicht magst, die Handtasche, die sich als Fehlkauf erwiesen hat.

Entrümpeln ist ein Prozess und braucht Übung.

Es ist ein Irrglaube, dass wir einmal komplett unser Zuhause entrümpeln und dann für immer Ruhe haben. Du kannst das, was du über Jahre und Jahrzehnte angesammelt hast, nicht innerhalb von zwei Wochen loswerden. Das hält kein Mensch emotional durch.

Deshalb ist es wichtig, mit den Dingen zu beginnen, bei denen dir das Loslassen leicht fällt. Und das ist nun mal Oberflächengerümpel.

Wenn du dann Übung hast im Loslassen, wird es dir immer leichter fallen, auch Dinge auszusortieren, an denen vielen Emotionen hängen.

Wenn du die aussortierten Dinge in gute Hände gibst, fällt es dir auch leichter, loszulassen. Trag die Sachen in karitative Einrichtungen. Stell dir vor, wie sich jemand anderes über die grüne Hose freut, oder das aussortiere Geschirr.

Und verabschiede dich von dem Gedanken, diese Dinge irgendwann einmal noch gebrauchen zu können. Glaub mir, irgendwann wird niemals eintreten.

 

Also schnapp dir eine Kiste und geh diese Woche mit geschärftem Blick für Dinge, die du nicht magst, durch dein Zuhause und sortiere kräftig aus.

Ich bin gespannt, wie du dich dabei fühlst. Und ich freue mich natürlich darüber, wenn du deine Erfahrungen mit den Leserinnen und mir teilst.

Entspannte Grüße
Birgit

Der Artikel passt wunderbar zur Blogparade Loslassen von Herzcoaching. Dort findet ihr noch viele tolle Artikel zum Thema Loslassen.

Alle Artikel der Serie 52 Schritte, die dein Leben vereinfachen, findest du HIER.

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3 Antworten
  1. Merve says:

    Ich ertappe mich hin und wieder auch dabei, mich nicht von Dingen trennen zu können (sofort zu wollen), weil ich mir dann einen Fehlkauf eingestehen müsste…

    Wenn ich etwas nur aus Emotionalität aufbewahren möchte, mache ich mir mittlerweile ein Foto davon. Das Foto vom Sattel meines Ponys nimmt längst nicht so viel Platz weg wie der Sattel 😀 (Den auch noch jemand gebrauchen kann.)

    Oder ich frage mich, wie ich es umfunktionieren könnte, damit es auch eine Verwendung hat. Jahrelange hatte ich aus Hufeisen geschweißt – ein Geburtstagsgeschenk von meinem Bruder – einen Schrift zug mit dem Namen meines Ponys aufbewahrt, nachdem er nicht mehr an der Stalltür hing. Bei meinem letzten Umzug habe ich mich gefragt: echt jetzt? Nach 20 Jahren noch? Es liegt immer nur rum, nimmt Platz weg und ist sperrig. Es war mir lästig, das gebe ich. Trotzdem mochte ich mich nicht trennen.
    Dann fiel mir auf, dass ich später mal die Garderobe erben will, die mein Vater aus Hufeisen geschweißt hat. (Warum eigentlich so lange warten?!)
    In Kombi ergab beides die Bitte an meinen Vater, um den Namen herum weitere Eisen anzuschweißen und mir eine Garderobe für meine neue Wohnung zu machen. Und die hängt nun im Flur, ich kann mich am Namen (und der Erinnerung an mein Pony) freuen UND es hat eine Funktion. Und ich brauchte keine Garderobenhaken kaufen. Drei Fliegen mit einer Klappe erwischt 🙂

    Liebe Grüße
    Merve

    Antworten
    • Birgit Geistbeck says:

      Ein Foto machen oder das Objekt, das man nicht weggeben möchten, in etwas anderes umzuwandeln, ist eine klasse Idee.

      Antworten

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