Sieben Dinge, die mein Leben vereinfachen

© Birgit Geistbeck

© Birgit Geistbeck

 

Es liegt in deiner Macht, dass dein Leben glücklich dahinfließt.

Marc Aurel

Ein weiser Spruch von Marc Aurel. Wir haben den größten Einfluss darauf, wie unser Leben verläuft, ob es kompliziert ist oder einfach. Letztendlich ist es vor allem eine Sache der Einstellung, wie ich mit bestimmen Ereignissen umgehe, und auch eine Sache der Gestaltung meines Lebens.

Du kannst dir dein Leben einfach machen oder eben auch kompliziert. Ich habe mir beim Lesen des Artikels 7 Rulse That Keep My Life Simple von Leo Babauta Gedanken gemacht, womit ich mir mein Leben vereinfache.

Und das sind meine sieben Favoriten.

Rituale und Routinen

Ich liebe Rituale und Routinen. Sie vereinfachen mein Leben ungemein. Für mich bedeuten sie Halt, für mich sind sie Ankerpunkte, an denen ich mich nicht nur in stürmischen Zeiten entlang hangeln kann.

Zu den Ritualen gehört, dass ich um 21 Uhr, wenn das Licht im Zimmer unserer elfjährigen Tochter gelöscht wird, noch einmal in ihr Zimmer gehe und ihr eine Gute Nacht wünsche, oder dass wir jeden Sonntag Abend einen Familienrat abhalten und uns über die vergangene Woche austauschen und die kommende planen.

Meine Routinen strukturieren meinen Tag. Dazu gehört, dass ich zu einer bestimmten Uhrzeit Gassi gehe, mir im Büro erst einmal eine Kreativzeit gönne oder unsere Wäsche am Freitag Vormittag wasche und am Freitag Nachmittag den Großeinkauf für die Woche erledige.

Über diese Routinen brauchen ich nicht groß Nachdenken, keine Entscheidungen zu treffen und ich weiß, dass die Abläufe immer die gleichen sind. Das alles verschafft mir Zeit für die Dinge, dich ich noch lieber tue, als Wäsche waschen und Einkaufen.

Weniger Dinge

Weniger Dinge vereinfachen mein Leben ungemein. Alles, womit wir uns umgeben, fordert unsere Aufmerksamkeit. Alle Dinge möchten Beachtung. Wir räumen sie um oder auf, putzen sie, reparieren sie. Das alles lenkt ab und kostet Zeit.

Wenn ich mich auf die Sachen konzentriere und nur die im Haus habe, die mir wichtig sind, die ich liebe und die ich wirklich brauche, vereinfache ich mein Leben ungemein.

Ich habe festgestellt, dass ich mit Weniger zufriedener und ausgeglichener bin.

Eine positive Einstellung

Das hat etwas damit zu tun, wie ich mit bestimmten Situationen und Ereignissen umgehe.

Ich kann morgens aufstehen und mich über den Regen ärgern. Oder ich kann morgens aufstehen und mich über den Regen freuen, weil er z.B. im Sommer bedeutet, dass ich den Garten nicht gießen muss.

Für mich ist Ärgern einfach Energieverschwendung. Viele Dinge kann ich nicht ändern, da nützt das ganze Ärgern nichts. Also habe ich damit aufgehört, mich über Dinge zu ärgern, die ich nicht ändern kann. Es ist so wie es ist und ich mache das Beste aus jeder Situation.

Immer gelingt mir das auch nicht, aber immer öfter, weil ich weiß, dass mein Leben dadurch viel einfacher wird.

Der Familienplaner

Ohne meinen Terminkalender, in dem die Termine der ganzen Familie stehen, wäre ich verloren. Wenn du Kinder hast, weißt du wovon ich sprechen.

Klavierstunde, Termine in der Schule, Arzttermine des Kindes, meine geschäftlichen und privaten Termine und die Dienstreisen und sonstigen Termine meines Mannes. Das alles steht bei mir in einem Kalender.

Ich arbeite mit Outlook, weil so auf eine einfache Art und Weise mit meinem Mann Termine austauschen kann, weil auch er im Büro mit Outlook arbeitet.

Und eine ausgedruckte Version des Outlook-Kalenders in Wochenform hängt bei uns im Erdgeschoss an der Pinnwand beim Telefon. So habe ich stets die Termine vor Augen, wenn mich jemand anruft und einen Termin vereinbaren möchte.

Mit Wecker arbeiten

Das ist eine Methode, die ich gerade in einem Kurs von Claudia Kauscheder kennen gelernt habe. Ich gebe mir für bestimmte Tätigkeiten eine Zeitvorgabe und stelle mir den Wecker.

Gerade jetzt z.B. beim Schreiben dieses Artikels läuft mein Timer nebenbei. Ich habe mir 30 Minuten eingestellt, um an diesem Artikel zu arbeiten. Nach den 30 Minuten mache ich etwas anderes.

Diese Methode hat gleich mehrere Vorteile:

  1.  Ganz im Sinne eines des Parkinsonschen Gesetze brauche ich so lange für eine Arbeit, wie ich mir Zeit dafür gebe.
  2. Ich verzettel mich nicht mit einer Aufgabe und habe hinterher auch noch für die anderen Aufgaben Zeit.
  3. Ich halte den Fokus und die Konzentration, weil ich weiß, dass ich für diese Aufgabe nur einen bestimmten Zeitrahmen habe. Ich lasse mich dadurch viel weniger ablenken.

Das funktioniert übrigens nicht nur im Büro. Ich hab es auch im Haushalt ausprobiert.

Vergangenes Wochenende habe ich unseren Garten winterfest gemacht, d.h. Bäume und Sträucher schneiden, Trampolin abbauen und das Gartenhäuschen auf- und umräumen und Gartenmöbel reinräumen. Ich hab mir für das Schneiden der Bäume und Sträucher eine Stunde und für das Gartenhäuschen eine Stunde gegeben. Und siehe da, alles war innerhalb dieser Zeit erledigt. Zum Vergleich: früher habe ich dafür locker das Doppelte an Zeit gebraucht.

Ohne müssen, sollen, schnell und kurz

Wie die Sprache uns beeinflusst, drüber habe ich ja schon in einem vergangenen Artikel geschrieben.

Mit Müssen und sollen machen wir uns selbst wahnsinnig viel Druck, und schnell und kurz verstärken Hektik und Stress in unserem Leben.

Seit ich meine Sprache genau beobachte und auf diese Wörter verzichte, lebe ich leichter und entspannter.

Ich hole mir Experten

Ich bin Expertin, wenn es darum geht, den Familienalltag zu vereinfachen, Methoden zu vermitteln, wie man Dinge loslässt, Struktur in ein Zuhause zu bringen und den Haushalt zu vereinfachen. Das kann ich sehr gut.

Es gibt natürlich noch mehr, was ich gut kann, worin ich aber keine Übung habe, weil ich es nicht ständig mache. Diese Sachen mache ich zwar, aber ich investiere viel Zeit, wenn ich sie mache.

Deshalb bin ich dazu übergegangen, mir für solche Sachen Experten zu holen.

Jüngstes Beispiel: Ich möchte mit meinem Büro aus dem Dachgeschoss eine Etage tiefer ziehen, in ein Zimmer das ziemlich schmal ist. Da ich weder mit dem Rücken zur Tür noch zum offenen Raum hin sitzen will, ist die Stellung des Schreibtischs schon eine Herausforderung. Sicher könnte ich selbst eine Lösung finden, wenn ich Pläne zeichne (was ich nicht gerne mache), hin- und her überlege und viel, viel Zeit und vor allem auch Nerven investiere.

Und weil ich weder so viel Zeit noch Nerven investieren will für ein Ergebnis, das mir am Ende doch nicht ganz passt, habe ich mir eine Einrichtungsberaterin engagiert, die mir neben dem besten Platz für den Schreibtisch auch gleich noch ein Farbkonzept macht und vieles mehr, worauf ich nicht im Traum gekommen wäre.

Das spart mir Zeit und vor allem Nerven, ich habe ein viel besseres Ergebnis und mein Leben hat sich wieder einmal vereinfacht.

 

Was sind deine Dinge, Arbeitsweisen, Gewohnheiten, die dein Leben einfacher machen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Entspannte Grüße
Birgit Geistbeck

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10 Antworten
  1. Ulrike Giller says:

    Hallo Birgit,
    toller Artikel mit eigentlich simplen, aber sehr effektiven Strategien. Wer sich einmal damit angefreundet hat, wird diese wahrscheinlich nicht mehr missen wollen.
    Trotzdem finde ich es wichtig sich auch noch eine gewisse Flexibilität zu bewahren.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    Antworten
    • Birgit Geistbeck says:

      Danke, Ulrike.

      Missen möchte ich das alles nicht mehr. Und mit der Flexibilität hast du natürlich Recht.

      Das sind ja keine Dogmen, sondern ein paar Regeln. Und Regeln dürfen jederzeit gebrochen werden 😉

      Lieben Gruß
      Birgit

      Antworten
  2. Barbara J. Schoenfeld says:

    Liebe Birgit,
    vielen Dank für diesen Artikel. Das Arbeiten mit dem Wecker habe ich mir schon angewöhnt, es ist wirklich sehr effektiv und ich schaffe mehr in weniger Zeit. Und das Auslagern von Arbeiten habe ich mir jetzt auch vorgenommen, damit einfach mehr Zeit fürs Wesentliche bleibt.
    Alles Liebe für dich
    Barbara

    Antworten
    • Birgit Geistbeck says:

      Das Arbeiten mit dem Wecker war für mich wirklich eine Offenbarung.

      Du wirst sehen, Barbara, dass du viel mehr Zeit für das, was dir wirklich wichtig ist, hast, wenn du anfängst, zu delegieren.

      Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

      Antworten
  3. Reingard Gschaider says:

    Dass der Wecker ungemein hilfreich ist, mich nicht zu verzetteln und zielstrebig zu arbeiten, das kann ich bestätigen! Danke für die schöne Zusammenstellung, den Artikel habe ich gerne geteilt.
    Herzliche Grüße,
    Reingard Gschaider

    Antworten

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