Kinder, Job, Haushalt = Stress?

BermudadreieckBedeutet das Bermudadreieck Kinder, Job und Haushalt wirklich immer Stress?  Ist diese Gleichung so einfach?

Ganz so einfach, finde ich, ist die Gleichung nicht. Tatsache ist, dass ein Leben mit Kindern, Job und Haushalt komplexer ist, wie das Leben eines Singles oder eine Paares ohne Kinder.

Und so mancher Stress in diesem Dreieck Kinder, Job, Haushalt ist einfach auch selbst gemacht. Oft erlebe ich, dass wir Eltern in der Vor-Kinder-Phase stecken geblieben sind, was unseren Anspruch an uns selbst betrifft.

Die Wohnung soll noch genauso sauber und aufgeräumt sein wie vor der Geburt der Kinder und unsere Zeitplanung passen wir zunächst auch nicht an die veränderte Situation an.

Und genau das produziert zu dem Stress, der durch schlaflose Nächte, kranke Kinder und dem Gefühl, komplett fremdbestimmt zu sein, sowieso schon da ist, noch zusätzlichen Stress.

Ich habe für mich einen dreistufigen Weg gefunden, um Stress zu minimieren und auch mal Zeit für mich zu haben:

Vereinfachen – Strukturieren – Delegieren

Vereinfachen

Am Anfang steht die Frage

Was ist mir wichtig?

Wenn ich meine Prioritäten kenne, kann ich danach handeln.

Vereinfacht gesagt, ist für mich meine Familie wichtig, meine Arbeit und Zeit für mich. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich keinen Wert auf ein „Schöner Wohnen“-Heim und einen vorzeigbaren Haushalt lege. Ein gewisses Maß an Sauberkeit und Ordnung mag ich aber schon. 😉

Deshalb habe ich möglichst wenig Dinge bei mir Zuhause. Das ergibt eine ganz einfache Gleichung:

Weniger Dinge = weniger Hausarbeiten + mehr Ordnung + mehr Zeit für mich

Strukturieren

Das, was nach dem Vereinfachen noch übrig bleibt, bringt man am besten in eine passende Struktur.

Ordnung, ist z.B. so eine Struktur. Wenn ich weiß, wo die Dinge sind und wohin ich sie nach Gebrauch wieder räume, spare ich mir damit viel Zeit. Zeit, die ich ansonsten mit Suchen verbringe.

Ich strukturiere aber auch meine Zeit, indem ich mir Zeitfenster für bestimmte Arbeiten oder auch nur für mich blockiere.

Delegieren

Auch wenn ich vereinfache und strukturiere, bleibt immer noch genügend zu tun. Und diese Arbeit wird gerecht auf alle aufgeteilt. Hotel Mama gibt es bei uns nicht.

Delegieren heißt für mich aber auch, dass ich nicht nur innerhalb der Familie delegiere, sondern auch Hilfe von außen annehme. Das kann bezahlte Hilfe sein (wie meine Putzfee), das kann aber auch der Schwiegerpapa sein, der den Rasen mäht oder das soziale Netzwerk aus befreundeten Müttern oder Nachbarn, die einspringen, wenn Not an Kinderbetreuung ist.

 

Mit diesen drei Schritten Vereinfachen – Strukturieren – Delegieren habe ich Stress und Hektik auf ein Minimum reduziert. Natürlich gibt es immer noch Zeiten, in denen das Chaos ausbricht. Aber das lässt sich mit diesem System besser bewältigen, organisatorisch und nervlich.

 

Entspannte Grüße
Birgit Geistbeck

Print Friendly, PDF & Email
8 Antworten
  1. Ilse Lechner says:

    Stimmt, es ist ein immerwährender Prozess.
    Dieses Rad vereinfachen – strukturieren – delegieren soll sich ja auch ständig weiterdrehen.
    so bleibt das Leben in Bewegung und wir selbst entwickeln uns weiter.

    Erst wenn ich die ersten Schritte gemacht habe, kann ich mir überhaupt vorstellen, noch mehr zu vereinfachen.
    Ich entdecke ständig neue Sachen, die ich nicht brauche und mittlerweile frage ich mich vor jeder anschaffung dreimal: „Brauche ich das wirklich?“ und „Ist es mir den Pflegeaufwand wert?“

    Antworten
  2. Julia says:

    Hallo Birgit!

    Genau nach diesem Konzept gehe ich auch vor, mein Motto „Nobody is perfect!“
    Ich finde, wir Frauen haben oft viel zu hohe Ansprüche an uns selbst und sind deshalb nie 100% zufrieden. Überall soll alles perfekt laufen, alles wollen wir ganz alleine meistern. Nur leider hat der Tag nun mal nur 24 Stunden und wir sind keine ferngesteuerten Roboter, die immer alles richtig machen. Deshalb finde ich es sehr wichtig, Verantwortung abzugeben und Prioritäten zu setzen. In meinem Fall bedeutete dies: Stunden reduzieren im Job und eine Putzkraft zur Unterstützung im Haushalt. So bleibt genügend Zeit für Kinder und Mann, und auch ich selbst komme nicht zu kurz.
    Liebe Grüße, Julia

    Antworten
  3. Barbara Steldinger says:

    Ich finde das ein sehr gutes Konzept. Vereinfachen und strukturieren hilft schon ein ganzes Stück weiter. Sich externe Hilfen zu organisieren und anzunehmen auch. Und, ganz wichtig, für regelmässige Auszeiten von Haushalt, Job und Kindern sorgen.

    Die sind so enorm wichtig fürs Auftanken und wiedermal bei sich selbst ankommen. Die Ansprüche, die wir vor allem an uns selbst stellen, überprüfen und als Glaubensätze bearbeiten (lassen). :-).

    Antworten
  4. Victoria König says:

    Das vereinfachen ist sehr wichtig. Ich hatte mal eine Klienten (Hausfrau und Mutter) bei der wir einen Deal machten. „Nur 5 mal pro Woche Staubsaugen“. Dafür brauchte Sie echt Überwindung.
    Julia, ich glaube „everybody ist perfect“ 🙂

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, welchen Kurs ich einschlage, um in diesem Bermudadreieck zu bestehen: Vereinfachen – Strukturieren – Delegieren. […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.